Alpbetrieb

Die Alp Siez unterteilt sich in Vorsiez, Glättli und Obersiez. Viele der Hütten und Ställe wurden in den vergangenen Jahren renoviert oder erneuert. Hier half auch die Patenschaft für Berggemeinden wacker mit www.patenschaftberggemeinden.ch.

Sennerei und Restaurant finden Sie auf dem Vorsiez, ganz unten auf der Alp. Das Vieh weidet nur die ersten und die letzten paar Wochen im Vorsiez und in der Glättli, die restliche Zeit geniesst es die saftigen Kräuter im Obersiez. Jeden Sommer verbringen 180 Kühe, 200 Stück Galtvieh sowie rund 140 Ziegen ihren Kuraufenthalt bei uns auf der Alp. Ein Team von rund 10 Hirten, Melkern und Sennen kümmert sich Tag und Nacht um das Wohlergehen der Tiere.

Sarganserländer Betruf

(aus Alois Senti, Sagen aus dem Sarganserland, 3. Auflage, herausgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, Basel 1983 / Fassung P. Pirmin Willi, Sarganserländische Buchdruckerei Mels AG (Mels 1960)).

Ave Maria Ave Maria Ave Maria!

Bhüot s Gott und üser lieb Herr Jesus Christ,

Lyber, Hab und Guot und alles was hier umen ist!

Bhüot s Gott und der lieb Heilig Sant Jöüri,

där hier wohl ufwachi und höüri!

Bhüot s Gott und der lieb Heilig Sant Marti,

där hier wohl ufwachi und warti!

Bhüot s Gott und der lieb Heilig Sant Gall,

mit synen Gottsheiligen all!

Bhüot s Gott und der lieb Heilig Sant Peyter!

Sant Peyter, nümm dynen Schlüssel wohl in dyni rächti Hand

und bschlüss wohl uf dem Bären synen Gang,

dem Wolf der Zahn, dem Luchs der Chräuel,

dem Rappen der Schnabel, dem Wurm der Schweif,

der Flug dem Greif, dem Stei der Sprung!

Bhüot is Gott vor einer solchen böüsen Stund!

dass solchi Tierli mügend wäder chretzen nach byssen,

so wenig as di falschen Minschä üseren lieben Herrgott bschyssen!

Bhüot Gott alls hier in üserem Ring,

und di lieb Muotter Gottes mit ihrem Chind!

Bhüot Gott alls hier in üserem Tal, allhier und überal!

Bhüot s Gott und das walti Gott und das tüä der lieb Gott!

Ave Maria Ave Maria Ave Maria!

 

Weiterführende Informationen finden Sie unter: http://www.lebendigetraditionen.ch/traditionen/00175/

Alpkorporation Siez
Korporationen (lat. corpus „Körper“) stellen historische Vorläufer moderner Organisationen dar. Sie kommen bereits im Mittelalter und der frühen Neuzeit vor.

Die Alpkorporation Siez ist eine privatrechtliche Korporation des kantonalen Rechts gemäss Art. 44 EGzZGB im Sinn von Art. 59 Absatz 3 ZGB mit Sitz in Mels. Ihr Zweck ist die gemeinsame Nutzung der im Weisstannental gelegenen Alp Siez (Art. 1 der Korporationsstatuten).

Korporationsmitglied ist jeder in das Alpbuch der Gemeinde Mels und ins Mitgliederverzeichnis der Korporation eingetragene Eigentümer von wenigstens ¼ Stoss = 1 Fuss Alp. Ohne diesen Eintrag hat der Erwerber von Alprechten weder die Rechte noch die Pflichten eines Mitgliedes.

Rund 130 Besitzer (in der Regel durch Erbgang) verfügen über total 1’801 Fuss Alprechte und bilden damit die Alpkorporation Siez. Wer selber nicht Bauer ist (ca. 75 % der Alpbesitzer) verpachtet diese Rechte an Landwirte, an die sogenannten Nutzer oder Bestösser. Für die Bestossung sind folgende Rechte nötig:

  • für eine Kuh 6 Füsse (1 Stoss)
  • für ein Rind 5 Füsse
  • für eine Mäse 4 Füsse
  • für ein Kalb 3 Füsse
  • für ein Schaf ½ Fuss
  • für eine Ziege ½ Fuss

Die Bestossung beträgt normalerweise:

  • 180 Kühe
  • rund 200 Rinder, Mäsen, Kälber
  • rund 135 Milchziegen

Auf dem zweistafligen Betrieb sind die Kühe im Vorsommer zwei Wochen im Untersäss (Vorsiez und Glätti), anschliessend ca. zehn Wochen im Obersäss (Obersiez) und für den Rest des Alpsommers wieder für ca. zwei Wochen im Untersäss. Das Jungvieh sowie die Ziegen sind auf verschiedenen Weiden bis rund 2’300 m ü. M. anzutreffen.

Der Grundbesitz setzt sich aus 1’139 ha Land, wovon 807 ha Weide, 160 ha Wald und 172 ha unproduktiv sind, zusammen. Ebenfalls zu diesem Besitz zählen rund 35 Gebäude, die verstreut, zwischen 1’175 und 2’400 m ü. M., anzutreffen sind. Der tiefste Punkt liegt im Vorsiez auf 1’130 m. ü. M., der höchste, das Wissgandstöckli, auf 2’488 m ü. M.

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Die Alpkorporation wird von einer siebenköpfigen Kommission geführt. Die Alpkommission (Präsident, Kassier, Aktuar, Werkmeister, Beisitzer, Besitzervertreter aus Walenstadt) vertritt die Interessen der Alpbesitzer. Der Alpmeister amtet im Interesse der Nutzer.

Wichtige Bauten und Anlagen

Vor der Erstellung dieser Bauten waren die Hütten viel mehr Schlupflöcher für das Personal. Die Gebäude fielen sehr oft den Lawinen zum Opfer.

1850 – 1854 drei neue Hütten im Vorsiez
1870 – 1872 drei neue Schermen, einer im Vorsiez, zwei auf der Glätti
1880 Willauihütte (Renovation 1903)
1902 Augstchammhütte
1907 Weg Vorsiez – Schwammböden
1918 Neubau Steinerhütte Obersiez
1928 Weg mit Tunnel nach Obersiez
1930 Neubau Heuberghütte
1941 Neubau Goodighütte Obersiez
1942 Bau Risetenseilbahn und Ausbau Fahrweg
1949 Neubau zweier Schermen auf Obersiez
1951 Neubau Steinerhütte mit Schermen nach Lawinenschaden im Obersiez
1979 Elektrifizierung Vorsiez
1984 Wiederaufbau Schwammbödenhütte
1990 Wasserkraftwerk Obersiez
1995 Wasserversorgung Untersäss (Milchleitungen)
1996 Käsereineubau Vorsiez
2001 Neubau Melkstände
2003 Neubau Futterhütte Obersiez
2007 Tunnelvergrösserung und Betonfahrspuren
2008 – 2009 Neubau Hirtenunterkunft Obersiez
2008 – 2009 Neubau Güllenkasten, Vorplätze, Wegverlegung Obersiez
2009 Neufassung Kressigbodenquelle
2015 Vorplatz Ziegen

Organisatorische Änderungen

1820 – 1870 fünf Senten (Steiner, Stadtner, Goodig, Ackermannig, Schlegelig)
1871 – 1967 vier Senten, acht Käsereien (Steiner, Stadtner, Goodig, Ackermannig)
1968 – 1993 zwei Senten, vier Käsereien
1994 – 1996 eine Sente, zwei Käsereien
seit 1997 eine Sente, eine Käserei

Ziegen

Seit dem Jahr 2010 sömmert die Alp Siez eine Ziegenherde. Im ersten Sommer wurden ca. 100 und im Sommer 2011 bereits rund 130 Milchziegen von 25 Besitzern aufgeführt. Die Tiere befinden sich während der ganzen Alpzeit von Anfang Juni bis Anfang September im Obersiez und werden von zwei HirtInnen betreut.

Verschiedene Ziegenrassen bilden die Ziegenherde oder die «Geisshirti». Die Geissen gehen täglich auf Wanderschaft und kehren abends wieder in den Stall zurück, wo sie – wie bereits am Morgen – maschinell gemolken werden.

Ab etwa Mitte Sommer werden auch verschiedene Böcke beigestellt, damit die Ziegen auf der Alp gedeckt werden können.

Die Ziegenmilch wird im Vorsiez zu feinstem Ziegenkäse (Mutschli und Weissschimmelkäse) verarbeitet. Der Käse kann bereits nach kurzer Reifezeit im Vorsiez, in verschiedenen Verkaufsstellen oder direkt beim Ziegenhalter gekauft werden. Der Siezer Ziegenkäse ist schmackhaft-würzig und erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Nebst der guten Milchproduktion kann die Alp einen weiteren Nutzen durch die Geisshirti verzeichnen. Ganze Hänge, auf denen überall Erlenstauden wachsen, werden durch die Ziegen «gesäubert». Die Geissen mögen die Blätter dieser Stauden. Wenn sie diese anknabbern, sterben die Stauden ab und es wird Weide und Lebensraum gewonnen.

Geschichtliches

Siez wurde erstmals im Jahr 1178, unter dem Namen Masentana, im Güterverzeichnis des Frauenklosters Schänis im Urbar des Papstes Alexander III, erwähnt. 1264 wird die Alp Siez mit Sentens bezeichnet, was soviel wie „beim stehenden Wasser“ heisst. Es darf angenommen werden, dass die Alprechte vom Frauenkloster Schänis nach und nach auf gasterländische Bauern übertragen und von diesen die Alp Siez auch bestossen wurde. Aber auch von Einheimischen wurde die Alp genutzt. Dass dabei Interessenskonflikte entstehen mussten, versteht sich von selbst.

Im Jahr 1517 wurde auf Initiative des gasterländischen Untervogts Hans Jud und einigen gasterländischen Alpberechtigten eine Ratsversammlung einberufen. An dieser Versammlung wurden ein Alpreglement erstellt und die Grenzen festgelegt, die heute noch Gültigkeit haben. Nach und nach wurden die Alprechte von Einheimischen gekauft, respektive vermehrt durch diese genutzt.

Seit 1820 wird regelmässig Protokoll geführt. Daraus geht hervor, dass sich wieder chaotische Verhältnisse eingestellt haben, die in den folgenden Jahren mit harten Massnahmen ins Lot gebracht werden mussten. So brachte bis 1824 eine Alpbereinigungskommission das Alpbuch mit den Besitzverhältnissen in Ordnung. Der Alpbetrieb wurde neu geregelt und die Führung neu strukturiert.

In den Jahren 1924, 1970 und zuletzt 2005 wurden die Statuten überarbeitet bzw. den veränderten Verhältnissen angepasst.

 

Sagen aus dem Sarganserland

Die Alp Siez war auch immer wieder Schauplatz verschiedener Sagen. Im Buch von Alois Senti „Sagen aus dem Sarganserland, 3. Auflage, herausgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, Basel 1983“ finden sich verschiedene Belege:

84 Dr Windegg Päuli hät verzellt, si seïen in Siez jenä am Mälchä gsii. Im Stoufel. Und nohär seïs äsou rüebig wordä. Käi Schälläglanggli meï gkört, und äinersmoul seïen si uf dä leïrä Mälchstüelä ghogget und d Chüä seïen im Säss jus gstandä. Das hät er sälber duuri gmacht.

89 Seïen ämoul zwou Chüä in äiner Chetti gsii in Oubersiez jen. Und duä häien si all mitnand müessä zühä, bis sis lous gka häien. All Chnächt mitnander. So priisä seïen diä in der Chetti gsii.

110 Das haan i gköürt säägä, ass be dr Goudig-Ruus jen zwüschet dä Melser und Wysstanner ämoul ä Gricht ggii hät. Än Avikat Pfy, wo uf em Platz gwuunet hät, seï dr Vertäidiger gsii vu dä Melser und häi gsäit: „So ein kleines Kreuzlein hat keine Bedeutung …“ Äsou seï d Siezer Schattäsytä dä Melserä zuegschiidä wordä, was dä Wysstanner gkört hett. Wo där Avikat Pfy duä gstorbä seï, häien ä d Ross gsi in Siez jen, und seïen alli drvuu gsprungä. Seïen alli Ross über ä Platzgatter usä. D Ross häien ä gsi, där Spöttler. Das isch schu lang här.

Das habe ich hören sagen, dass (es) bei der Goudig-Ruus zwischen den Melsern und den Weisstannern einmal ein Gericht gegeben hat. Ein Advokat Pfy, der auf dem Platz gewohnt hat, sei der Verteidiger gewesen von den Melsern und habe gesagt: „So ein kleines Kreuzlein hat keine Bedeutung …“ So sei die Siezer Schattenseite den Melsern zugeschieden worden, was den Weisstannern gehört hätte. Als der Advokat Pfy dann gestorben sei, hätten ihn die Pferde gesehen in Siez, und seien alle davongesprungen. Seien alle Pferde über den Platzgatter heraus. Die Pferde hätten ihn gesehen, den Spöttler. Das ist schon lange her.

118 We mä gkört hät verzellä, häien si dinn äinä vu Siez äwäg gsi usä rittä. Ufemä Schimmel. Si häien ä dinn gsi. Dr Vogt us em Chlouschter. Där sell dä Wysstannerä ä Stugg Wäid abghinggt haa.

124 Im Chlouschter jen sind zwii in ds Dörfli usi gä Schällä zimmäbättlä vor dr Häifaart. Isch ä schüüni Nacht gsii. Jetz äinersmoul, ich haa afä halbä gschloufä, isch so ä Fuerwärch chuu dur ds Chlouschterguet ufä, derä Ysäreïder, mä hät ä guet gkört faarä, und d Ross hät mä au gkört, und där hät Hü grüeft und gklepft mit dr Gäislä. Duä haan ich tinggt, isch vilicht äinä, wo in Siez yhi gout und haa usiglueget zum Pfischterli. Mä hät gad brezys uf d Strouss ai gsi. Isch halt käi Minsch umä gsii. Am hellä Muuschy. Duä haan i tinggt, chünnt jetz glych na ds Chlouschtergritt gsii sy.

125 Dr Stäiseppi hät in Oubersiez jen übernachtet. Är isch schu ä Wyl gläägä. Duä häts nä all plouget. Und häi er afä gsäit: „Gang jetz ä Gottsnamä!“ Aber äs seï nid ggangä. Duä sääg er: „Gang jetz in ds Tüüfelsnamä!“ Duä seïs ggangä. Duä häi er Rueb gka di ganz Nacht. Mä chas nid fassä. Aber dr Stäiseppi häts mingmoul verzellt.

126 Des säb mag ich na tinggä. Dr Stäiseppli im Boudä jus hät ämoul gjeïgeret. Und duä hät er müessä in Oubersiez jen in d Stäihüttä yhi gän übernachtä. In dr altä Hüttä. Ds Tryl isch ob dr Hüttä gsii. Und duä seïs ebän yhä chuu gä sinnä und gän anggä. Duä häi är halt, was er nid hett sellä. Ar häi grüeft, si sellen jetz rüebig sy dou niidä. Seï aber nid rüebig wordä. Duä häi er ai grüeft: „Jetz gang ä Gottsnamä äwäg, und sus gang in ds Tüüfelsnamä!“ Aber das seï nid äwäg. Duä hät er ds Gweïr gnuu und in d Hüttä ai gschossä. Und nohär ischt äinä dur d Läiterä ufä chuu und hät nä truggt. Zoi truggt an d Wand, bis er nümä hät chünnä liggä. Är hät chünnä machä, was er hät wellä. Där sei nid äwäg. Seï gsii, we winn er ufenä Süüberi ai gryfti. Zumenä Palggä usi hät er müessä. Zur Tüür usi hät er nümä chünnä. Und hät dr ganz Taag gka, bis er dähäim gsii isch. Är häi blous meï müügä häi. Und isch duä be vierzähä Taagä chrangg gsii. Dr Stäiseppli isch drzue ä frächä gsii. Dem häts nid gad gschwind gfurchtä. Är hät duä na uf em Boudä jus gwuunt.

Das mag ich noch denken. Der Stäiseppli auf dem Boden draussen hat einmal gejagt. Da hat er auf Obersiez in der Stäihütte übernachten müssen. In der alten Hütte. Das Nachtlager ist ob der Küche gewesen. Und dann sei es eben herein gekommen, zu sennen und zu anknen. Da habe er halt, was er nicht hätte sollen. Er habe gerufen, sie sollen jetzt ruhig sein da unten. Sei nicht ruhig geworden. Da habe er hinunter gerufen: „Jetzt geh in Gottes Namen weg und sonst geh in des Teufels Namen!“ Aber das sei nicht gegangen. Da hat er das Gewehr genommen und in die Küche hinunter geschossen. Und nachher ist einer über die Leiter heraufgekommen und hat ihn gedrückt. An die Wand gedrückt, bis er nicht mehr hat liegen können. Er hat machen können, was er hat wollen. Der sei nicht gegangen. Sei gewesen, wie wenn er auf die Nachgeburt einer Kuh hinunter griffe. Zu einem Fensterladen hinaus hat er müssen. Zur Türe hinaus hat er nicht mehr können. Und hat den ganzen Tag gebraucht, bis er nach Hause gekommen ist. Er habe bloss mehr mögen heim. Und ist dann bei vierzehn Tagen krank gewesen. Der Stäiseppli ist dabei ein unerschrockener gewesen. Dem hat es nicht so rasch gefürchtet. Er hat damals noch auf dem Boden draussen gewohnt.

128 Früener sind in dän Alpä Bättler chuu und hind um ds Ässä ghulfä holzä und mischtä. Äbitz uufgfueteret sind si dinn wider wyters. Si hind schu gwüsst, wo sis besser und wo sis schlächter gka hind. In Siez jen hät ä Guntli Koub vil Jour gsinnet. Be dem hind sis guet gka. D Puurä hind mingmoul gmäint, är sell jetz dinn etschä abfaarä mit denä Bättler. Duä säägi dr Guntli: „Winn is käi Bättler meï Vergälts Gott säit, bäten mer vergääbes. Ich wett dinn nümä lenger Sinn sy.“

Auf der Alp Siez zeigte sich ein Senn gegen den Willen der Bauern hartherzig. „Ja, er vergass sich einmal soweit im Zorn gegen einen Bettler, dass er ihn erschlug.“ Er trug ihn in den nahen Wald und legte ihn in eine Grube, ohne dabei beobachtet zu werden. Nach Jahren, die Stafelgenossen teilten das Molken untereinander, brachte ein Bauer einen Knochen. Er reichte ihn herum, „als der Alpmeister, der ehemalige Senn dieser Hütte, das Bein auch in die Hand nahm, fing das Bein an zu bluten, dass das Blut vor den Augen aller zu Boden rann. Der Alpmeister erbleichte, bekannte, überwältigt von dem, was da vorgegangen, seine Schuld, dass er einst einen Bettler erschlagen und im Wald vergraben, wurde eingezogen und gerichtet“. Johannes Natsch, Sagen aus Mels, in: Sarganserland (Mels 1958) 4.

Josef Albrecht bringt den grauen Mann mit den Schweinen und mit dem Pferd in Zusammenhang: „Anä siibäzääni seï das gsii. Mit em Rüödisüöli. Duä häigen si denä Schwynä gär nümä chünnä vermachä. Si seïen all uusprochä. Und nohär isch nä ds Mischtross verfallä. Si hind ä schüüs Ross dijoub gka. Ich haas sälber gsi liggä im Toubel niid. Isch nä in ds Sieztoubel ai gkeït, das schüü Ross. Duä hind si mit dä Schwynä so ä Fuer gka. Und au mit em Veï. Seï dinn zmitzt under Taagä ä graus Mandli zwüschet dä Chüenä jen gsii. Dä Chnächt häis eïlind gfurchtä. Aber dm Rüödisüöli häis nid gfurchtä. Är ischt ä Proteschtant gsii. Ä bäumigä Maa.“

142 Ds Mueters Brüeder hät gsinnet in Siez jen. Duä ischt ämoul dr Brueder zuen em yhi. Und won er duä zur Hüttä häärä chuu seï, säägi dr Siezer Sinn: „Wou häsch disä dra, wo mit dr yhä chuu isch, dou über ds Säss?“ „Was, mit mier isch käinä über ds Säss yhä …“ „Jää schuu, isch doch äinä mit dr yhä, dou schier bis an d Hüttä zoä …“ Där heï vu dem gär nüt gwüsst und nüt gsi.

143 Das haan ich sälber erläbt. Dou lun i nüt märtä dra. Au winns jetz schu ä paar Jour isch sithär. Ich bi mit em Äugschti Chläusi in Siez yhi gä holzä. Mier sind dreï, vier Maa gsii. Übernachtet himer in dr Stäinerhüttä, in dr Gletti. Dou himer gschloufä. Duä isch äinä zur Tüür yhä chuu, bis an d Läiterä zoä. Das haan i ganz tütli gkört. Dr ander Taag haan ich aber nüt gsäit. Und duä macht dr Chläusi: „Z Nacht isch äinä yhä chuu. Aber zu üs ufä ischt er nid chuu.“

144 Ich bi Chüer gsii in Siez jenä. Duä himer müessä in des Under ai faarä. Hät gschneït. Noi simer gä liggä. Also brezys we nä füürigä Maa isch uf em Tryl joubä gsii. Duä häts üs nümä gfallä. Und där isch nid äwäg, und mier sind gä liggä. Aber mier hind käi Rüebli gka di säb Nacht. Passiert isch nis nüt.

145 In dr Gletti z Siez gäng uunisch mit Gwalt käi Gäis zwüschet Schäärä und Hüttä duuri. Diä muess mä fescht am Schällriemä heibä, sus gund si nid duuri.

165 Im hinderschtä Loux Huus hät niemert chünnä wuunä. Änä füfänünzgi himer Holz gschroutä in Siez jen. Duä hät äinä gsäit, är seï ahä dur ä Louxstutz. Duä seï äinä dur d Strouss yhä chuu. Heï gschneit. Be dr Chlouschterbrugg seï er über ä Bach, dinn vüüri und in ds Loux-Huus yhi. Det hät niemert chünnä wuunä.

166 Spöüter hind mier ämoul in Siez jen träniert. Hind Arbäiter gka. Au än ltaliener. Där ischt am Samstig usä ga suufä. Ga Wysstannä. Um di ölfi ischt er wider yhi. Är hät dinn gsäit: „Äs git ä käini Tüüfel und ä käini Errgott!“ Und duä ischt er ebä yhi bis in ds Louxstützli. Det muess er vertschloufä sy. Isch em aber z chalt wordä. Är isch dinn in ds Loux-Huus duuri ga liggä. Aber är heï nid chünnä schloufä. Alläwyl seï Mandili chuu und heï nä gweggt bis schällä im Dorf. Wo schällä im Dorf, Mandili nümä chuu. Das isch in dä zwinzger Jourä gsii.

172 Im Huus uf em Platz sell in dr Stüpplichamerä ä Gäischt gsii sy. Dr Herr Pfarr häi ä dinn in Räiwald, ob em Dörfli, verbaant. In ä Buechä. Anä vieräsächzgi isch dr ganz Räiwald gschroutä wordä. Si hind ä gflöüzt. Alls Holz isch zu nünzg Santimeïter langä Bröggä versaaget wordä. Dreï Schuä lang. Und dä Früelig hind sis in Bach yhi gworfä, won er grauss chuu ischt. Ä Jour spöüter hind si dr Fetzäruuswald gschroutä. Duä hind si im Oubersiez jenä ä Seï gmacht und ä mit em Holz lousgluu. Item, wo si im Räiwald diä Buechä ghauä hind, hät si nid ä Gschmagg gka we dis.

179 Dr Hansmarti hät ämoul verzellt, anä drüäsiibezgi heï er grinderet, duä seï er vum Maad äwäg be dr Reïalp usä. Duä heï er ä Ross gkört wyherä. Duä des ander Jour heï er z Siez jenä gchüeret. Und duä häien d Ross dänand äsou gsteggt, heï brezys di glychä Schräi tuä.

190 Voremä Uuwätter häts dinn chünnä yschluu. Won i in Siez jenä gsii bi, haan i all gkört, we winn äinä zwüschtet Hüttä und Schopf uuf und ab chlepfti in dä Holzschuenä, äsou houl häts tüünt. Duä hät dr Sinn dr Chlychüer ghäisä, är sell ämoul gä luegä, eb alls in dr Ournig seï. Äigentli weïrs Sach gsii vu im sälber. Aber är hät dr Chlychüer gschiggt. Am Morgä häts ä schüüs Wättli Schneï gka. Duä bin i am Numitaag in d Staaderhüttä ai und haa gfrouget, eb vu inä nämert ufi chuu seï d Nacht. Nänäi, vu inä käinä. D Walästaader Gmäind hät na vil Veï däjenä. Aber vu denä isch käinä ufi chuu gsii.